Nordeuropa

Länder

Belarus (Weißrussland), Belgien, Dänemark (inkl. Färöer), Deutschland, Estland, Finnland, Großbritannien (inkl. Channel Islands u. Isle of Man), Irland, Island, Lettland, Litauen, Luxemburg, Niederlande, Norwegen, Polen, Republik Moldau, Russische Förderation, Schweden, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ukraine.

Nordeuropa erstreckt sich von den Mischwäldern und Ebenen des Westens zu den nordischen Nadelwäldern. Diese ziehen sich ostwärts bis zum Pazifischen Ozean hin. Klimatisch liegt der größte Teil in der gemäßigten Zone mit einem recht milden Klima. Im hohen Norden herrscht allerdings Polarklima. Landeinwärts steigern sich die jahreszeitlichen Gegensätze zwischen harten, schneereichen Wintern und warmen, trockenen Sommern.



Die romantische Küste Polens ist eine Reise wert

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

In den Ländern Nordeuropas besteht für den Reisenden eigentlich keine große Gefahr, sich eine Infektionskrankheit zuzuziehen. Das Risiko ist zumindest nicht höher als in der eigenen Heimat. Natürlich gibt es Gesundheitsgefahren, aber in den meisten Regionen sind nur wenige Vorsichtsmaßnahmen nötig.



Frische Lebensmittel aus Russlands herrlichen Markthallen wäscht man vor dem Verzehr besser gut

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als normaler Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) beachten.

  • Lebensmittelbedingte Krankheiten, neben den üblichen Durchfallerkrankungen (Diarrhoeae), sind meist parasitischer Art. Dazu zählen Befall mit Bandwurm (Taeniasis) und mit Fadenwürmern (Trichinose), die durch infiziertes Fleisch übertragen werden. In manchen Teilen Nordeuropas gibt es Leberegel-Infektionen (Fasciola hepatica) und Fischbandwürmer (Diphyllobothriose), die von Süßwasserfischen der Ostseeregion herrühren. Bakterielle Infektionen mit Salmonellen und Campylobacter nehmen in einigen Ländern seit geraumer Zeit deutlich zu.
  • Ansonsten tritt Lyme-Borreliose in verhältnismäßig vielen Waldgebieten auf, da infizierte Zecken recht verbreitet sind. Durch Nagetiere übertragenes Hämorrhagisches Fieber mit renalem Syndrom (eine fieberhafte Erkrankung mit starken, inneren und äußeren Blutungen sowie Nierenversagen) gibt es mittlerweile nur noch in einem geringen Maße bzw. bleibt immer örtlich begrenzt.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine Pflichtimpfungen.
  • HIV - bei Langzeitaufenthalten ist ein negativer HIV-Test erforderlich für Belarus, Finnland und die Russische Förderation. Für Litauen und die Slowakische Republik ist zusätzlichein Gesundheitszeugnis nötig. Steht die Reise fest, erkundigt man sich bei der jeweiligen Botschaft bzw. Landesvertretung am besten nochmal nach der genauen Regelung.

    Insbesondere im Osten Europas breitet sich das HI-Virus explosionsartig aus. Bei sexuellem Verkehr müssen Kondome benutzt werden.

Impfempfehlungen

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden. In den letzten Jahren sind in Belarus, der Russischen Förderation und Ukraine umfassende Diphterie-Epidemien aufgetreten. V.a. durch Einschleppen aus diesen drei Ländern kam es auch in Estland, Finnland, Lettland, Polen und der Republik Moldau zu Erkrankungen. Mitte des Jahres 2000 gab es in Lettland, insbesondere in Riga, eine akute Diphterie-Seuche, die durch eine große Impfkampagne bekämpft werden soll.
  • Polio - für Belarus, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russische Förderation, Slowakische Republik, Tschechische Republik und Ukraine. Alle endemischen Länder bemühen sich derzeit allerdings sehr um die Ausrottung der Krankheit. Der europäische Kontinent gilt nach den Kritierien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) nicht als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden ist, empfiehlt sich ggf. eine Auffrischung gegen Kinderlähmung im Zehnjahresrhythmus bzw. eine Ergänzung fehlender Impfungen.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko



Nach einem Waldspaziergang sollte man sich auf Zecken inspizieren

  • Typhus - für Belarus, Russische Förderation und Ukraine. In Ost- und Zentralsibirien gibt es durch Zecken übertragenen Typhus, der aber örtlich stark begrenzt bleibt.
  • Hepatitis A - tritt vor allem in den osteuropäischen Ländern auf. Eine Impfempfehlung gibt es auf jeden Fall für Belarus, die Russische Förderation und Ukraine. Für Estland, Lettland, Litauen, Polen, Slowakische Republik und Tschechische Republik braucht man sich nur bei entsprechenden Reisebedingungen immunisieren lassen.
  • Hepatitis B - vor allem bei sexuellem Kontakt empfiehlt sich eine Impfung.
  • FSME - für die durch Zecken verursachte Encephalitis gibt es eine Impfempfehlung für Süddeutschland und Hessen, Estland, Finnland, Lettland, Litauen, Polen, Russische Förderation, Südschweden, Slowakische Republik, Tschechische Republik und ggf. Ukraine.
  • Tollwut - ist in Wildtieren (v.a. Füchse) endemisch und in ländlichen, nördlichen Gebieten weit verbreitet. Von z.B. streunenden Hunden und zahm wirkenden Wildtieren sollte man sich in diesen Regionen fernhalten.
  • Japanische Encephalitis - nur für die Russische Förderation.
  • Influenza - seit ein paar Jahren wird immer öfter zu einer winterlichen Immunisierung geraten, da es vor allem in England aber z.B. auch in Deutschland wiederholt zu Epidemien der echten Virusgrippe kam.

Was noch

  • Extrem kalte Winter der nördlichen Regionen Nordeuropas sind bei der Reise- und Gesundheitsplanung zu berücksichtigen.
 
    © A Med World (m-ww), Powered by Cocomore