Östliches Südasien



Badebucht in Thailand

Länder

  • Brunei Darussalam
  • Indonesien
  • Kambodscha
  • Volksrepublik Laos
  • Malaysia
  • Myanmar
  • Philippinen
  • Singapur
  • Thailand
  • Vietnam

Das Gebiet ist charakterisiert von tropischen Regen- bzw. Monsunwäldern im Nordwesten und auf den das südchinesische Meer eingrenzenden Inseln. Dazwischen liegt die Savanne und die trockenen Tropenwälder der indochinesischen Halbinsel. Regen- und Trockenzeiten wechseln sich ab.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Südasiens Hauptüberträger für Krankheiten sind Insekten und Spinnentiere (zu denen übrigens auch Zecken gehören). Vor Stichen sollte man sich daher, je nach Region, auch tagsüber und nicht nur während der Abendstunden mit Mückenschutzmittel bzw. langer Kleidung schützen.

Auch nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind sehr verbreitet. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist in gehobeneren Hotels allerdings geringer als bei einer Abenteuerreise durchs Land. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.



Die Flüsse sind lebenswichtig doch leider oft Infektionsherde

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und z.B. nicht als isolierter Pauschaler für ein paar Tage im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.

  • Zu den durch Insekten und Spinnentiere übertragenen Krankheiten zählt Filariasis, eine Infektion mit parasitischen Fadenwürmern (Filarien), die in vielen Teilen ländlicher Gebiete endemisch auftritt. Dengue-Fieber kann in Form von Epidemien sowohl auf dem Land als auch in den Städten vorkommen. In Indochina, Myanmar und Vietnam gibt es die Pest, aber nur in Form sogenannter natürlicher Herde (Def. s. Pest). Trotzdem sollte man in diesen Gegenden darauf achten, dass man sich keinen Floh fängt.
  • Zu den nahrungsmittelbedingten Infektionen gehören Cholera, andere Durchfallerkrankungen (Diarrhoea) und Dysenterien (Befall mit Amöben, Ruhr) sowie Hepatitis E. Eher sporadisch tritt die sogenannte Melioidose (auch 'Nasenrotz' genannt...) auf, eine bakterielle Infektion mit Stäbchenbakterien (Pseudomonas pseudomallei).

    Häufig ist auch ein Befall mit Eingeweidewürmern. Fasciolopsiasis, eine Infektion des Darmes mit dem Riesendarmegel Fasciolopsis buski, der durch essbare Wasserpflanzen und deren Früchte übertragen wird, ist in den meisten Ländern üblich. Ähnlich verhält es sich mit Lungen- (Paragonimiasis) und Leberegeln (Clonorchis, Opisthorchis), die durch rohe oder ungenügend erhitzte Süßwasserfische bzw. Krebstiere übertragen werden.
  • Bedingt durch mangelnde Hygiene tritt in Indonesien, Myanmar, Thailand und Vietnam die Ägyptische Augenkrankheit auf. Das sogenannte Trachom ist eine langwierige, bakterielle Infektion des Auges und weltweit die häufigste Erblindungsursache. Ansonsten gibt es gelegentlich noch Tollwut-Fälle, insbesondere in Indonesien und auf den Phillipinen. Von streunenden Tieren hält man sich und vor allem seine Kinder besser fern.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine Pflichtimpfungen bei Direkteinreise.
  • Gelbfieber - von allen Ländern wird eine Immunisierung bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber) verlangt. Steht die Reise fest, klärt man bei der jeweiligen Botschaft bzw. Landesvertretung am besten nochmal die genaue Regelung ab.
  • HIV - für Brunei Darussalam, Singapur und die Phillipinen ist bei Arbeits- bzw. Langzeitaufenthalten ein negativer HIV-Test erforderlich. Auch hier gilt, dass man sich vor Reiseantritt bei der jeweiligen Landesvertretung nochmal nach den genauen Vorschriften erkundigen sollte. Südostasien gehört zu den traurigen Spitzenreitern in der HIV-Statistik. Von sexuellem Verkehr mit der einheimischen Bevölkerung ist dringend abzuraten. Wer es dennoch nicht lassen kann, muss in jedem Fall schützende Kondome benutzen.

Impfempfehlungen

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Polio - in den meisten Ländern der Region besteht für den Reisenden eigentlich keine Gefahr der Infektion. Dies gilt insbesondere für Indonesien, Laos, Malaysia, Myanmar, Phillipinen und Thailand. Ein Infektionsrisiko besteht nachwievor rund um das Mekong Delta in Kambodscha und in Südvietnam. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, empfiehlt sich eine Auffrischung im Zehnjahresrhythmus bzw. eine Ergänzung fehlender Impfungen.
  • Hepatitis A - kann in der gesamten Region auftreten, und da die Infektion über Lebensmittel erfolgt lohnt sich ein Schutz.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko

  • Hepatitis B - ist in allen Ländern hochgradig endemisch (d.h. ist in bestimmten Gegenden ständig gegenwärtig bleibt aber räumlich auf diese begrenzt). Insbesondere bei sexuellem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung ist eine Immunisierung erforderlich.
  • Typhus - tritt in der gesamten Region auf, und da eine Infektion oft über Nahrung erfolgt (vgl. Salmonellen) lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz. Von Milben übertragener Typhus ist aus Kahlschlagregionen bekannt.



Auf dem Land ist die Malariagefahr groß, an der Küste geringer

Malaria

  • Keiner Malariaprophylaxe bedarf es in Brunei Darussalam und Singapur, wo normalerweise nur eingeschleppte Malariafälle auftreten.
  • In allen übrigen Ländern kommt Malaria ganzjährig vor. Besonders in Kambodscha, Laos und Thailand ist das Risiko in den meisten Landesteilen groß. Dies gilt insbesondere für ländliche Gebiete. Große Städte, Küstenregionen und die meisten Hochlagen bergen ein geringeres Risikio bzw. sind teilweise sogar malariafrei.
  • Sich mit Mückencreme vor Stichen zu schützen, sollte in diesen Ländern als selbstverständlich gelten. Eine medikamentöse Prophylaxe empfiehlt sich nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut.

Was noch

  • Die zum Teil extreme Hitze ist nicht ohne. Möglichst oft sollte man Schatten aufsuchen und stets genug trinken, auch wenn man keinen akuten Durst verspürt.
  • Schlangen können eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
  • Auch Blutegel können mitunter unangenehm und v.a. infektiös sein. Durch Sümpfe und andere Gewässer watet man besser nicht, auch in feuchten Wäldern muss man aufpassen.
 
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