Mittleres Südasien

Länder

Afghanistan, Armenien, Aserbeidschan, Bangladesch, Bhutan, Georgien, Indien, Islamische Republik Iran, Kasachstan, Kirgistan, Malediven, Nepal, Pakistan, Sri Lanka, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan.

Hohe Gebirgszüge bilden die Grenze im Norden. Der Westen hingegen ist charakterisiert durch Steppen und Wüsten. Monsun- und tropische Regenwälder finden sich im Osten und Süden. Das Klima ist im Sommer sehr heiß, von der Luftfeuchtigkeit her aber je nach Region höchst unterschiedlich.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Südasiens Hauptüberträger für Krankheiten sind Insekten und Spinnentiere (zu denen übrigens auch Zecken gehören). Vor Stichen sollte man sich daher, je nach Region, auch tagsüber und nicht nur während der Abendstunden mit Mückenschutzmittel bzw. langer Kleidung schützen.



Übers Wasser werden viele Infektionen weitergetragen

Auch nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind sehr verbreitet. Die Wahrscheinlichkeit einer Infektion ist in gehobeneren Hotels allerdings geringer als bei einer Abenteuerreise durchs Land. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen



Die Sonne macht das Gemüse wunderbar schmackhaft, doch sollte man es vor dem Genuss waschen

Reist man unter erhöhtem Risiko und z.B. nicht als isolierter Pauschaler für ein paar Tage im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.

  • Zu den durch Insekten und Spinnentiere übertragenen Krankheiten zählt Sandflohfieber, eine juckende Hautkrankheit durch Befall mit Sandfloh, die seit einiger Zeit im gesamten Gebiet auf dem Vormarsch ist. Ebenfalls stark verbreitet sind in Bangladesch, Indien und Sri Lanka Filarien (Filariasis), deren Larven während des Insekteneinstichs übertragen werden. In Bangladesch, Indien, Nepal und im Norden Pakistans ist viszerale Leishmaniose während der letzten Jahre vehement angestiegen . Kutane Leishmaniose gibt es in Afghanistan, Indien, Iran und Pakistan. Beide Leishmaniosearten kommen in Form kleiner Infektionsherde auch in Aserbeidschan und Tadschikistan vor.

    Seltener sind Crimean-Congo-Hämorrhagie-Fieber, das im westlichen Teil Zentral-Südasiens auftreten kann, und Rückfallfieber, eine durch Zecken übertragene Borrelien-Seuche, in Afghanistan, Indien und im Iran. Dengue-Fieber kann in Bangladesch, Indien, Pakistan und Sri Lanka ausbrechen. Mitte des Jahres 2000 häuften sich im indischen Delhi die Krankheitsfälle, ein Mückenschutz auch tagsüber kann das Risiko erheblich herabsetzen. Die Pest kommt in Indien und Kasachstan vor, aber nur in Form sogenannter natürlicher Herde (Def. s. Pest). Trotzdem sollte man in diesen Regionen darauf achten, dass man sich keinen Floh fängt.
  • Zu den nahrungsmittelbedingten Krankheiten gehören Cholera, weitere Durchfallerkrankungen (Diarrhoea) bzw. Dysenterien (vgl. Ruhr) und andere bakterielle Infektionen wie Brucellose (wird v.a. durch Haustiere übertragen) und Giardiasis, die in der ganzen Region üblich sind. Gleiches gilt für parasitische Infektionen wie Befall mit Hundebandwurm. In Form großer Epidemien bricht Hepatitis E regelmäßig aus.
  • Bedingt durch mangelnde Hygiene tritt vor allem in Afghanistan und gebietsweise in Indien, Iran, Nepal sowie Pakistan die Ägyptische Augenkrankheit auf. Das sogenannte Trachom ist eine langwierige, bakterielle Infektion des Auges und weltweit die häufigste Erblindungsursache. Ansonsten gibt es gelegentlich auch Fälle von Bilharziose (im Südwesten des Iran) und Ausbrüche von Meningokokken-Meningitis in Indien und Nepal.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine Pflichtimpfungen (bei Direkteinreise).
  • Gelbfieber - eine Immunisierung wird bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber) verlangt von Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Iran, Malediven, Nepal, Pakistan und Sri Lanka. Steht die Reise fest, klärt man bei der jeweiligen Botschaft bzw. Landesvertretung am besten nochmal die genaue Regelung ab.
  • HIV - für Armenien, Kasachstan, Indien und Usbekistan ist bei Langzeit- bzw. Studiumsaufenthalten ggf. ein negativer HIV-Test erforderlich. Auch hier gilt, dass man sich vor Reiseantritt bei der jeweiligen Landesvertretung nochmal nach den genauen Vorschriften erkundigen sollte.

Impfempfehlungen

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Polio - alle Länder der Region bemühen sich seit geraumer Zeit z.T. erfolgreich um eine Ausrottung der Krankheit. Nichtsdestotrotz ist das Infektionsrisiko nachwievor gegeben, vor allem in Indien. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, empfiehlt sich eine Auffrischung im Zehnjahresrhythmus bzw. eine Ergänzung fehlender Impfungen.
  • Hepatitis A - ist weit verbreitet, und da die Infektion über Lebensmittel erfolgt, lohnt sich ein Schutz.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko



Sich eine Rasur zu gönnen ist verführerisch, aber leider zu bazillenträchtig

  • Hepatitis B - ist in allen Ländern endemisch (d.h. ist in bestimmten Gegenden ständig gegenwärtig bleibt aber räumlich auf diese begrenzt).
  • Typhus - tritt in der gesamten Region auf, und da eine Infektion oft über Nahrung erfolgt (s. Salmonellen) lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz.
  • Tollwut - ist relativ stark verbreitet. Außer für die Malediven empfiehlt sich eine Impfung. Von (streunenden) Tieren sollte man sich unbedingt fern halten.
  • Japanische Encephalitis - für Bangladesch, Bhutan, Indien, Nepal, Pakistan und Sri Lanka.

Malaria

  • Keiner Malariaprophylaxe bedarf es in Georgien und auf den Malediven.
  • Ein geringes Malariarisiko und das auch nur während der Sommer- und Herbstmonate herrscht in Armenien, Aserbeidschan, Kasachstan, Kirgistan, Tadschikistan, Turkmenistan und Usbekistan. In diesen Ländern reicht eigentlich ein schlichtes Mückenschutzmittel als Prophylaxe aus.
  • In allen übrigen Ländern (Afghanistan, Bangladesch, Bhutan, Indien, Iran, Nepal, Pakistan und Sri Lanka) kommt Malaria nahezu das ganze Jahr über vor, die Wintermonate in Afghanistan und im Iran sind da eine Ausnahme. Je nach Landesteil ist das Risiko einer Infektion unterschiedlich groß. Als malariafrei bzw. mit geringem Infektionsrisiko gelten Städte und die meisten Hochlagen.

    Sich mit Mückencreme vor Stichen zu schützen, sollte in diesen Ländern als selbstverständlich gelten. Eine medikamentöse Prophylaxe empfiehlt sich nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut.

Was noch

  • Die zum Teil extreme Hitze ist nicht ohne. Möglichst oft sollte man Schatten aufsuchen und stets genug trinken, auch wenn man keinen akuten Durst verspürt.
  • Schlangen können eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
 
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