Mittleres Zentralamerika



Westliche Welt im Land der Indios...

Länder

  • Belize
  • Costa Rica
  • El Salvador
  • Guatemala
  • Honduras
  • Mexiko
  • Nicaragua
  • Panama

Das Festland Zentralamerikas erstreckt sich von den Wüsten im Norden zu den tropischen Regenwäldern im Südosten. Das Klima ist überwiegend tropisch, meist regenreich im Sommer und trocken im Winter.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind häufig in Mittelamerika. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.

Durch Insekten übertragene Krankheiten sind auch recht weit verbreitet. Vor Stichen sollte man sich daher, je nach Region, auch tagsüber und nicht nur während der Abendstunden mit Autan & Co bzw. langer Kleidung schützen.

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als normaler Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.

  • Nahrungsmittelbedingte Durchfallerkrankungen wie Ruhr, Infektionen mit Amöben und anderen Bazillen sowie typhusartige Fiebererkrankungen sind äußerst häufig. Ähnlich verhält es sich mit parasitischen Wurmerkrankungen der Eingeweide (Helminthiasis). Brucellose, eine Infektion mit dem Geißeltierchen Brucella, ist im Norden verbreitet. Paragonimiasis, ein Befall der Lungen mit Lungenegeln, wird beim Verzehr roher Süßwasserkrabben übertragen. In Costa Rica, Honduras und Panama sollte man von dieser Köstlichkeit die Finger lassen. Aus Mexiko ist eine bedingte Verbreitung von Hepatitis E bekannt.
  • Bei den durch Arthropoden übertragenen Krankheiten können Dengue-Fieber und die sog. Venezuela-Encephalitis der Pferde (durch Viren ausgelöste Encephalitis, die auch auf Pferde übertragen werden kann) in der ganzen Region vorkommen. Dies gilt auch für die kutane und mukokutane Leishmaniose. Die viszerale tritt in El Salvador, Guatemala, Honduras, Mexiko und Nicaragua auf. Die Chagas-Krankheit gibt es zwar in allen aufgeführten Ländern, aber jeweils nur in bestimmten, kleineren Gebieten. Bancroft-Filarie, eine durch Mücken übertragene Infektion mit im Lymphsystem des Menschen schmarotzenden Fadenwürmern, tritt in Costa Rica auf. Kleine Infektionsherde der Flussblindheit sind aus Guatemala und dem südlichen Mexiko bekannt.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine (bei Direkteinreise).
  • Gelbfieber - bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber) verlangen alle aufgeführten Länder außer Costa Rica und Panama eine Immunisierung. Reist man unter erhöhten Risikobedingungen sollte man sich aber gerade für Panama gegen Gelbfieber impfen lassen.
  • Cholera - tritt kontinuierlich bzw. immer mal wieder in der ganzen Region, außer in Panama, auf. Eine Impfung kann verlangt werden, wenn man entweder aus einem Cholera-Gebiet oder nicht über den internationalen Flughafen der Hauptstadt einreist. Diese (inoffizielle) Regelung gilt nicht in Mexiko.
  • HIV - ein negativer HIV-Test ist für Langzeitaufenthalte bzw. Aufenthaltsgenehmigungen in allen Ländern außer Guatemala, Honduras und Nicaragua erforderlich. Mexiko verlangt zusätzlich ein Gesundheitszeugnis.



Nach dem Streicheln von Tieren sollte man sich die Hände waschen

Impfempfehlungen

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Polio - der amerikanische Kontinent gilt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, entfällt eine Auffrischung gegen Poliomyelitis.
  • Hepatitis A - da man sich diese Infektionkrankheit meist durch verunreinigte Lebensmittel (und damit leicht) fängt und sie in allen aufgeführten Ländern kursiert, sollte man eine Immunisierung auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko

  • Hepatitis B - insbesondere bei sexuellem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung ist eine Immunisierung erforderlich.
  • Typhus - ist vor allem in Mexiko geradezu eine Volkskrankheit. Da die Infektion über Lebensmittel erfolgt lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz.
  • Tollwut - ist in allen Ländern weit verbreitet. Vor allem von Hunden und Fledermäusen sollte man sich fernhalten.

Malaria

In der gesamten Region kommt Malaria das ganze Jahr über vor, in Nicaragua vor allem in den Sommermonaten. Das Risiko einer Infektion ist in höher gelegenen Gebieten und in Städten äußerst gering bzw. gleich null. In ländlichen und geografisch tiefergelegenen Landesteilen ist es recht unterschiedlich groß. Ein Mückenschutz empfiehlt sich auf jeden Fall. Eine medikamentöse Prophylaxe sollte nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen.



Hoch gelegene Dörfer sind malariafrei ...und außerdem angenehm kühl

Was noch

  • Schlangen können eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
  • Neben Marihuana werden Touristen vielerorts auch Pilze mit hallozinogener Wirkung (sogenannte magic mushrooms) angeboten. Mal abgesehen davon, dass man eh keine Drogen nehmen soll, können gerade für den naiven Urlauber derlei Rauschmittel gesundheitlich fatale Folgen haben.
 
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