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Tropisches Südamerika
 Die Anden Südamerikas - ein Traum
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Länder
- Bolivien
- Brasilien
- Ecuador
- Französisch Guayana
- Guyana
- Kolumbien
- Paraguay
- Peru
- Suriname
- Venezuela
Der Großteil des südamerikanischen Kontinents liegt im Bereich der Tropen. Im Norden und Süden wird er begrenzt von Savannen, lichten Trockenwäldern und Buschland. Dazwischen liegen so unterschiedliche Regionen wie die schmalen Küstenstreifen am Pazifik, die Anden mit ihren immens hohen Bergen von bis zu 7000m Höhe und der tropische Regenwald des Amazonabeckens.
Gesundheitsrisiken für den Reisenden
Allgemeines
Das tropische Südamerika gehört weltweit zu den traurigen Spitzenreitern bei möglichen Infektionen und Gesundheitsgefahren. Als Reisender ist Vorsicht geboten, man sollte wirklich keine Risiken eingehen.
Viele der im Folgenden genannten Krankheiten treten allerdings nur als örtlich begrenzte Herde auf und beschränken sich auf ländliche Gebiete. Trotzdem sind sie - wie in den anderen Länderrubriken auch - erwähnt, damit sich Reisende und Mediziner über mögliche Krankheiten informieren können und ihrer bewusst sind.
Südamerikas Hauptüberträger für Krankheiten sind Insekten und Spinnentiere (zu denen übrigens auch Zecken gehören). Vor Stichen sollte man sich daher, je nach Region, auch tagsüber und nicht nur während der Abendstunden mit Mückenschutzmittel bzw. langer Kleidung schützen.
Nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind ebenfalls sehr verbreitet. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.
Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen
Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als isolierter Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.
 Geysir in Bolivien
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- Nahrungsmittelbedingte Krankheiten, wie Durchfallerkrankungen (vgl. Ruhr) bzw. Infektionen mit Amöben, Brucella (Brucellose) und parasitischen Würmern sind häufig. Befall mit Lungenegeln (Paragonimiasis) ist bekannt aus Ecuador, Peru und Venezuela. Hundebandwurminfektionen gibt es insbesondere in Peru.
Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten bzw. sonstigen Infektionen sollte man sich folgender bewusst sein:
- Chagas-Krankheit - kommt im gesamten tropischen Südamerika vor.
- Leishmaniose - die kutane und mukokutane Form gibt es in allen zehn Ländern. Letztere tritt verstärkt in Brasilien und Paraguay auf. Viszerale Leishmaniose ist im Nordosten Brasiliens endemisch, im restlichen Landesteil gibt es vereinzelte Infektionsherde. Die Krankheit ist in Kolumbien und Venezuela weniger häufig, selten in Bolivien sowie Paraguay und nicht bekannt aus Peru.
- Dengue-Fieber - kommt als Epidemien v.a. auf dem Lande vor.
- Gleiches gilt für virale Encephalitis (vgl. FSME).
- Flussblindheit - ist in Form eingegrenzter Herde endemisch in ländlichen Gebieten Ecuadors, Venezuelas und Nordbrasiliens.
- Bancroft-Filarie - eine Infektion mit Fadenwürmern, die u.a. im Bindegewebe und Lymphsystem schmarotzen, und die durch Insekten übertragen wird, ist endemisch in einzelnen Landesteilen Brasiliens, Guyanas und Surinames.
- Pest - ist in Form sog. natürlicher Herde (Def. s. Pest) bekannt aus Bolivien, Brasilien, Ecuador und Peru.
- Oroyafieber - spezifisch in den trockenen Flusstälern der westlichen, hochgelegenen Anden kommt diese durch das Bakterium Bartonella bacilliformis hervorgerufene Infektionskrankheit vor, die unbehandelt tödlich sein kann. Eine Ration Antibiotika (z.B. Penicillin) sollte man in dieser Gegend also wirklich dabei haben.
- Bilharziose - gibt es in Brasilien, Suriname sowie im nördlichen und mittleren Venezuela.
- Meningitis - kann, von Meningokokken-Bakterien übertragen, in Form von Epidemien in Brasilien ausbrechen.
- Bei den viralen Infektionen ist Hepatitis D insbesondere im Amazonasbecken regelrecht seuchenartig verbreitet.
- Zu den durch Nagetiere übertragenen Infektionen gehört mit Blutungen verbundenes Fieber durch Arenaviren (vgl. Viren) in Bolivien und Venzuela sowie das sog. Lungensyndrom in Brasilien und Paraguay.
 Peru Huaraz, Maria
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Impfungen
Pflichtimpfungen und Vorschriften
- Keine (bei Direkteinreise).
- Gelbfieber - eine Immunisierung wird von Französisch Guayana generell verlangt und von Bolivien, Brasilien, Ecuador, Guyana, Paraguay, Peru sowie Suriname bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber). Gelbfieber kann in allen Ländern zumindest in bewaldeten Gebieten auftreten. Nicht davon betroffen sind östlich der Anden gelegene Regionen und Paraguay. Wer unter erhöhtem Risiko reist, sollte sich für die entsprechenden Regionen impfen lassen.
- Cholera - in Bolivien, Guyana, Kolumbien, Peru und Venezuela kann eine Immunisierung verlangt werden, wenn man entweder aus einem Cholera-Gebiet oder nicht über den internationalen Flughafen der jeweiligen Hauptstadt einreist. Stehen Reiseziel und -route fest, sollte man sich nochmal beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut nach der akuten Situation erkundigen und sich dann ggf. für eine Impfung entscheiden.
- Ein Gesundheitszeugnis wird für Langzeitaufenthalte bzw. Arbeitsvisa in Bolivien, Kolumbien und Venezuela erwartet. Letztere verlangen auch einen negativen HIV-Test.
Impfempfehlungen
- Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
- Hepatitis A - ist weit verbreitet, und da die Infektion über Lebensmittel erfolgt, lohnt sich ein Schutz.
- Polio - der amerikanische Kontinent gilt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, entfällt eine Auffrischung gegen Poliomyelitis.
Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko
- Hepatitis B - kommt v.a. im Amazonasbecken regelrecht seuchenartig vor. Insbesondere bei sexuellem Verkehr mit der einheimischen Bevölkerung, den man auf keinen Fall ohne Kondome praktizieren sollte, ist eine Immunisierung erforderlich.
- Typhus - da eine Infektion oft über Nahrung erfolgt (s. Salmonellen) lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz. Durch Läuse übertragenen Typhus gibt es oft in den Bergen Kolumbiens und Perus.
- Tollwut - ist relativ stark verbreitet. Außer für Brasilien empfiehlt sich eigentlich ein Impfschutz. Wer sich nicht impfen lassen will, sollte sich unbedingt von (streunenden) Tieren fern halten.
Malaria
 Flamingos auf den Galapagos-Inseln
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- In allen Ländern kommt Malaria das ganze Jahr über vor.
- Je nach Landesteil ist das Risiko einer Infektion unterschiedlich groß. Als malariafrei bzw. mit geringem Infektionsrisiko gelten Städte (außer im Amazonasbecken und in Guyana), viele vorgelagerte Inseln (z.B. Galapagos), einige Küstengebiete und Hochlagen sowie (die Sommermonate in) Paraguay.
- Ein Mückenschutz in Form von Autan & Co bzw. langer Kleidung ist selbstverständlich. Eine medikamentöse Prophylaxe sollte nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen.
Was noch
- Als Gifttiere können Schlangen, Spinnen, Feuerameisen und Blutegel in manchen Regionen dem Reisenden (gesundheitlich) gefährlich werden. Bei Ausflügen in die Natur sollte man immer knöchelhohe, feste Schuhe tragen.
- Bisse von Sandflöhen können allergische bzw. ziemlich unangenehme (Haut-)Reaktionen hervorrufen. Vor Ort gibt es meist einheimische Hausmittelchen wie z.B. Kokosöl, das vor Stichen schützt. Starke Mückenlotionen helfen auch.
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