Nordamerika erstreckt sich von der Arktis zu den subtropischen Inseln der südlichen USA und hat so Anteil an allen Klimazonen der Erde. Im hohen Norden herrscht Polarklima. Der Osten ist nördlich feuchtkühl und südlich subtropisch, der Westen hat hingegen ein warmgemäßigtes Klima. Das Binnenland weist Kontinentalklima mit heißen Sommern und kalten Wintern auf.
Entsprechend vielschichtig ist die Vegetation. Die nördliche Tundra-Zone geht in einen breiten Waldgürtel von Misch- und Laubwäldern über, die in den südatlantischen Küstenebenen immergrün sind und mit Palmen vermischt. Im Landesinneren breiten sich weite Grassteppen (Prärien) und Wüsten aus.
Gesundheitsrisiken für den Reisenden
Allgemeines
In Nordamerika besteht für den Reisenden eigentlich keine große Gefahr, sich eine ansteckende Krankheit zuzuziehen. Das Risiko ist zumindest nicht höher als in der eigenen Heimat. Natürlich gibt es Gesundheitsgefahren, aber in den meisten Regionen sind nur wenige Vorsichtsmaßnahmen nötig.
Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen
Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als normaler Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) beachten.
Nahrungsmittelbedingte Salmonellen-Infektionen (s. Typhus) haben in den letzten Jahren in einigen Regionen zugenommen. Es empfiehlt sich, auf frische Lebensmittel zu achten. Die in USA und Kanada so beliebte Kühlkost sollte man nur wirklich durchgefroren kaufen, langsam im Kühlschrank auftauen, dann möglichst abspülen und gut durchbraten bzw. -kochen.
Bei den durch Arthropoden übertragenen Krankheiten sorgt das West-Nil-Fieber derzeit für Schlagzeilen. Es breitet sich im Nordosten der USA aus, vor allem Staaten rund um New York sind betroffen. Gelegentlich gibt es Fälle von Rocky-Mountain-Fleckfieber (eine von Schildzecken übertragene bakterielle Infektion mit hoher Sterberate), und Insekten bedingte Encephalitis (vgl. FSME).
Desweiteren gibt es die Tollwut, die v.a. bei Graufüchsen, Fledermäusen, Stinktieren sowie Waschbären und insbesondere in den USA-Staaten Texas und Virginia verbreitet ist. Durch Nagetiere übertragen wird die Pest, die sogenannte Hasenpest (Tularämie, eine Nagerseuche, die auch beim Menschen auftreten kann) und als virale Infektion das Hantavirus (v.a. im Westen der USA und in den südwestlichen Provinzen Kanadas).
Impfungen
Pflichtimpfungen und Vorschriften
Keine
HIV - für Einwanderer in die USA ist ein negativer HIV-Test erforderlich.
Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
Polio - Nordamerika gilt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, entfällt eine Auffrischung gegen Poliomyelitis.
Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko
Lyme-Borreliose - ist endemisch im Nordosten, mittleren Atlantik und dem oberen Teil des mittleren Westen der USA. Vereinzelte Fälle gab es auch im nordwestlichen Pazifik. Eine Immunisierung gegen die amerikanischen, durch Zecken übertragenen Borrelien-Bakterien ist mittlerweile möglich.
Hepatitis B - bei sexuellem Verkehr sollte man sich entsprechend schützen.
Für Bermuda empfiehlt sich außerdem eine Impfung gegen Hepatitis A und Typhus.
Was noch
Schlangen können in manchen Regionen eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
Pflanzen, die bei Kontakt sehr üble Verbrennungen auslösen können, sind Poison Ivy (eine Efeuart) und Poison Oak (eine Eichenart).