Karibisches Zentralamerika



In der Karibik geht man alles etwas langsamer an - Erholung pur!

Länder

Antigua und Barbuda, Niederländische Antillen, Aruba, Bahamas, Barbados, Cayman Islands, Dominikanische Republik, Grenada, Guadeloupe, Haiti, Jamaika, Kuba, Martinique, Montserrat, Puerto Rico, Saint Kitts u. Nevis, Saint Lucia, Saint Vincent u. die Grenadinen, Trinidad u. Tobago, Turks- u. Caicosinseln, Virgin Islands (Britische u. US-Amerikanische).

Die Inseln des karibischen Zentralamerika haben ein gleichförmiges, tropisches Klima mit zeitweise heftigen Regenstürmen und kräftigen Winden. Einige der Inseln sind durch Berge von bis zu 2500m Höhe charakterisiert.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Die Karibik gehört zu den traurigen Spitzenreitern in der weltweiten HIV-Statistik. Von sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist dringend abzuraten. Wer es dennoch nicht lassen kann, muss in jedem Fall Kondome benutzen.

Im Vergleich dazu sind durch Insekten und verunreinigte Nahrungsmittel übertragene Krankheiten 'normal' häufig. Mückenschutzmittel auch während des Tages ist nur auf der Dominikanischen Republik nötig. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als isolierter Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.

  • Nahrungsmittelbedingte Krankheiten, wie Durchfallerkrankungen (vgl. Ruhr) bzw. Infektionen mit Amöben und anderen Bazillen sind häufig. Hingegen sind Fälle von Cholera aus der Karibik nicht bekannt.
  • Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten ist Dengue-Fieber am häufigsten. In Form von akuten Ausbrüchen kann es im gesamten Gebiet auftreten. In der Dominikanischen Republik nahmen Erkrankungen Mitte des Jahres 2000 signifikant zu. Dort empfiehlt sich ein Mückenschutz auch am Tage. Filiariose, eine Infektion mit Fadenwürmern, die u.a. im Bindegewebe und Lymphsystem schmarotzen, tritt streckenweise auf mehreren Inseln auf. Die Bancroft-Filarie hingegen ist nur von Haiti bekannt. Hier gibt es auch Fälle von Tularämie. Diese sog. Hasenpest tritt seuchenartig bei Nagetieren auf, kann aber auch durch Katzen übertragen werden, die man lieber nicht streichelt und füttert. In der Dominikanischen Republik tritt seit einiger Zeit die kutane Leishmaniose diffus auf. In Kuba ist die menschliche Fascioliose, bedingt durch Fasciola hepatica (sog. Leberegel-Infektion), endemisch (d.h. ständig vorkommend aber örtlich begrenzt bleibend).
  • Ansonsten gibt es noch Bilharziose. Sie ist endemisch auf der Dominikanischen Republik, Guadeloupe, Martinique, Puerto Rico und Saint Lucia bzw. tritt sporadisch auch auf den anderen Inseln auf. Ähnlich verhält es sich mit Tollwut. Von Tieren, insbesondere Gänsen, hält man sich besser fern.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine Pflichtimpfungen (bei Direkteinreise).
  • Gelbfieber - bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber) verlangen alle Inseln außer Kuba, Montserrat, Puerto Rico und den Virgin Islands eine Immunisierung. Steht die Reise fest, klärt man bei der jeweiligen Botschaft bzw. Landesvertretung am besten nochmal die genaue Regelung ab. Abgesehen davon, sollte man sich bei erhöhtem Risiko für Trinidad und Tobago gegen Gelbfieber impfen lassen.
  • HIV - ein negativer HIV-Test ist bei längeren Aufenthalten erforderlich auf Kuba, Saint Kitts und Nevis sowie den Turks- und Caicosinseln. Cayman verlangt einen solchen Test für Arbeitsgenehmigungen. Für Trinidad und Tobago ist zusätzlich ein Gesundheitszeugnis nötig. Auch hier gilt, dass man sich vor Reiseantritt bei den jeweiligen Landesvertretungen nochmal nach den genauen Vorschriften erkundigen sollte.

Impfempfehlungen



Treibt man Sport ist eine Verletzungsgefahr gegeben

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Polio - der amerikanische Kontinent gilt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, entfällt eine Auffrischung gegen Poliomyelitis.
  • Hepatitis A - tritt auf allen Inseln auf, besonders aber in den nördlicheren. Da man sich die Infektion meist durch verunreinigte Lebensmittel (und damit leicht) fängt, sollte man eine Immunisierung auf jeden Fall in Erwägung ziehen.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko

  • Hepatitis B - insbesondere bei sexuellem Verkehr mit der einheimischen Bevölkerung, den man auf keinen Fall ohne Kondome praktizieren sollte, ist eine Immunisierung erforderlich.
  • Typhus - da die Infektion über Lebensmittel erfolgt lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz.
  • Polio - der amerikanische Kontinent gilt nach den Richtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als poliofrei. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, entfällt eine Auffrischung gegen Poliomyelitis.

Malaria

In endemischer Form tritt Malaria nur auf Haiti und in Teilen der Dominikanischen Republik auf. Das Vorkommen ist ganzjährig, im haitianischen Part der Insel verstärkt von Frühjahr bis Spätherbst. Das Infektionsrisiko ist in den Städten Haitis geringer als in den übrigen Landesteilen. In der Dominikanischen Republik sind die touristischen Gebiete, Küstenregionen und Santo Domingo nahezu malariafrei. In Richtung Grenze zu Haiti steigt das Malariavorkommen in Form von Infektionsherden an. Auf jeden Fall empfiehlt sich ein Mückenschutz. Eine medikamentöse Prophylaxe sollte nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen.

Was noch



Die karibische Unterwasserwelt ist fantastisch.

  • Quallen, Korallen und Seeigel können Badefreudigen zum schmerzhaften bzw. giftigen Erlebnis werden. Vor Ort sollte man sich kundig machen, bestimmte Badestellen oder Strömungen kann man dann meiden. Beim Waten durchs Wasser, möglichst mit Badeschuhen, ist Vorsicht geboten.
  • Schlangen können in manchen Gegenden eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
 
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