Sub-Sahara Afrika

Länder

Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kap Verde, Kenia, Komoren, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Madagaskar, Malawi, Mali, Mauretanien, Mauritius, Mocambique, Niger, Nigeria, Réunion, Ruanda, Sambia, São Tomé und Prìncipe, Senegal, Seychellen, Sierra Leone, Simbabwe, Somalia, Sudan, Vereinigte Republik Tansania, Togo, Tschad, Uganda und Zentralafrikanische Republik.



Regen - in vielen Teilen Afrikas nicht nur

Zwar zählen alle Länder zu den Tropen doch Vegetation und Klima sind sehr unterschiedlich. Im Westen findet man tropische Regenwälder, im Osten bewaldete Steppen. Im Norden geht die Wüste über in die Sahelzone und die Savannen des Sudan zu den Feuchtsavannen und Wäldern rund um den Äquator, wo es das ganze Jahr über Regen gibt. Je weiter ein Land jedoch vom Äquator entfernt ist, desto weniger Niederschlag und Regenzeiten hat es. In der Sahelzone fällt entsprechend nur sporadisch Regen.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Das mittlere Afrika ist weltweit einer der traurigen Spitzenreiter bei möglichen Infektionen und Gesundheitsgefahren. Als Reisender ist Vorsicht geboten, man sollte wirklich keine Risiken eingehen.

Viele der im Folgenden genannten Krankheiten treten allerdings nur als örtlich begrenzte Herde auf und beschränken sich auf ländliche Gebiete. Trotzdem sind sie - wie in den anderen Länderrubriken auch - erwähnt, damit sich Reisende und Mediziner über mögliche Krankheiten informieren können und ihrer bewusst sind.

Afrikas Hauptüberträger für Krankheiten sind Insekten und Spinnentiere (zu denen übrigens auch Zecken gehören). Vor Stichen sollte man sich daher, je nach Region, auch tagsüber und nicht nur während der Abendstunden mit Mückenschutzmittel bzw. langer Kleidung schützen.

Auch nahrungsmittelbedingte Erkrankungen sind sehr verbreitet. Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.

Das Afrika südlich der Sahara ist in der weltweiten HIV-Statistik führend. Von sexuellem Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung ist dringend abzuraten. Wer es dennoch nicht lassen kann, muss in jedem Fall Kondome benutzen.



Trinkwasser ist leider häufig infiziert

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und z.B. nicht als isolierter Pauschaler für ein paar Tage im sauberen Sternchenhotel ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.

  • Nahrungsmittelbedingte Krankheiten, wieRuhr und andere Durchfallerkrankungen sowie Infektionen mit Eingeweidewürmern (Helminthiasis, vgl.Parasiten) sind sehr weit verbreitet. Das gleiche gilt für Infektionen durch das Geißeltierchen Giardia (Giardiasis / Lambliasis) und fürHepatitis E. In tierreichen Gebieten sindHundebandwurminfektionensehr häufig. Befall mit Lungenegeln (Paragonimiasis) ist bekannt aus Äquatorialguinea, Gabun, Kamerun und Liberia. Drakunkulose, eine Infektion mit Fadenwürmern, tritt in örtlich beschränkten Infektionsherden auf.

Bei den durch Insekten übertragenen Krankheiten bzw. sonstigen Infektionen sollte man sich folgender bewusst sein:

  • Filiariose - diese Infektion mit Fadenwürmern, die u.a. im Bindegewebe und Lymphsystem schmarotzen und durch Insekten übertragen werden, ist in zahlreichen Arten sehr weit verbreitet.
  • Flussblindheit - kommt in Form endemischer Infektionsherde in der Mehrheit der Länder vor (unbekannt aus Dschibuti, Gambia, Mauretanien, Mocambique, Sambia, Simbabwe, Somalia, weiten Teilen Kenias und den meisten Inselstaaten).
  • Leishmaniose - sowohl diekutane als auch dieviszerale Form kann insbesondere in trockenen Gebieten vorkommen. Im östlichen und südlichen Sudan tritt letztere epidemienartig auf.
  • Schlafkrankheit - ist in Form isolierter Infektionsherde aus den meisten Ländern bekannt, außer Dschibuti, Eritrea, Gambia, Mauretanien, Niger, Somalia und den Inselstaaten. Die Übertragungsrate der sog. Trypanosomiasis ist hoch in Nordangola, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Südsudan sowie im Nordwesten Ugandas. Für Reisende, die in ländlichen Gebieten herumreisen oder arbeiten, besteht ein nachgewiesenes Infektionsrisiko.
  • Sandflohfieber - diese juckende Hautkrankheit durch Befall mit Sandfloh ist weit verbreitet.
  • Ägyptische Augenkrankheit - das sog. Trachom ist eine langwierige, bakterielle Infektion des Auges und sehr häufig.
  • Pest - ist in Form sog. natürlicher Herde (Def. s. Pest) bekannt aus Angola, Kenia, Demokratische Republik Kongo, Madagaskar, Mocambique, Sambia, Simbabwe, Vereinigte Republik Tansania sowie Uganda.
  • Gelegentlich gibt es auch Fälle von Rückfallfieber, eine durch Zecken übertragene Borrelien-Seuche.
  • Bilharziose - gibt es in der gesamten Region, außer Dschibuti, Kap Verde, Komoren, Réunion sowie den Seychellen.
  • Lassafieber - wird übertragen durch eine allgemein vorkommende Ratte, die in ein paar ländlichen Gebieten Westafrikas als infiziert gilt. Die Ausbreitung der Krankheit hält sich in Grenzen, aber Reisende in dieser Gegend sollten besonders darauf achten, dass sie nicht mit von Ratten kontaminierten Nahrungsmitteln und -behältnissen in Kontakt kommen.
  • Es gibt viele virale Infektionen, die zu schweren Blutungen führende Fieber auslösen. Einige davon werden durch Mücken, Zecken und Sandflöhe übertragen. Arenaviren sind mittlerweile relativ weit verbreitet. Marburg undEbolagibt es auch, treten aber immer nur in unregelmäßigen Abständen auf. Derzeit (Herbst 2000) gibt es Ebola-Epidemien in der Elfenbeinküste, Gabun, der Demokratischen Republik Kongo und v.a. in Uganda.



Die möglichen Krankheiten sollte einen nicht abschrecken,

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

Stehen Reiseziel und -route fest, sollte man sich sicherheitshalber nochmal beim zuständigen Arzt oder Tropeninstitut bzw. der betreffenden Landesvertretung nach der aktuellen Situation und Regelung bezüglich Gelbfieber, Cholera und Gesundheitszeugnis erkundigen.

  • Gelbfieber - als Pflichtimpfung erforderlich für Benin, Burkina Faso, Elfenbeinküste, Gabun, Ghana, Kamerun, Kongo, Demokratische Republik Kongo, Liberia, Mauretanien, Niger, Ruanda, São Tomé und Prìncipe, Togo, Tschad sowie Zentralafrikanische Republik. Bei allen anderen Ländern kann eine Impfung erforderlich sein, wenn man aus Infektionsgebieten einreist (Länderliste s. Gelbfieber). Abgesehen davon ist eine Impfung nicht verkehrt, zumindest wenn man unter erhöhtem Risiko reist. Denn Gelbfieber bricht in regelmäßigen Abständen immer wieder unter der nicht geimpften Bevölkerung aus.
  • Cholera - eine Immunisierung kann verlangt werden, wenn man entweder aus einem Cholera-Gebiet oder nicht über den internationalen Flughafen der jeweiligen Hauptstadt einreist. Diese Regelung gilt für Angola, Äquatorialguinea, Benin, Gabun, Kamerun, Kongo, Nigeria, Sambia, Somalia, Sudan sowie Tanzania. Abgesehen davon ist eine Impfung nicht verkehrt, zumindest wenn man unter erhöhtem Risiko reist, da Cholera in vielen Ländern Zentralafrikas verbreitet ist.
  • Für Langzeitaufenthalte bzw. Arbeitsvisa wird ein Gesundheitszeugnis erwartet von Elfenbeinküste, Kamerun, Demokratische Republik Kongo, Mauritius, Sambia, Seychellen sowie Simbabwe. Gegebenenfalls bedarf es (zusätzlich) eines negativen HIV-Tests. Das mittlere Afrika ist weltweit am stärksten vom HI-Virus betroffen. Unter gar keinen Umständen sollte man sexuellen Verkehr ohne entsprechenden Schutz, sprich Kondome, praktizieren!

Impfempfehlungen

  • Tetanus und Diphtherie - diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Dies gilt auch für Polio. Außer auf den Komoren, Mauritius, Réunion und den Seychellen ist Kinderlähmung im mittleren Afrika endemisch, es besteht ein Infektionsrisiko. Ist eine Grundimmunisierung von drei dokumentierten Schluckimpfungen vorhanden, empfiehlt sich eine Auffrischung im Zehnjahresrhythmus bzw. eine Ergänzung fehlender Impfungen.
  • Hepatitis A - ist weit verbreitet, und da die Infektion über Lebensmittel erfolgt, sollte man sich auf jeden Fall impfen lassen.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko

  • Hepatitis B - ist hyperendemisch. Vor allem bei sexuellem Kontakt zur einheimischen Bevölkerung empfiehlt sich eine Impfung.
  • Typhus - da eine Infektion oft über Lebensmittel erfolgt (vgl. Salmonellen) und Typhus weit verbreitet ist lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz. Durch Läuse, Flöhe und Zecken übertragener Typhus kommt auch vor.
  • Tollwut - ein Impfschutz wird für alle Länder empfohlen außer Kap Verde, Komoren, Mauritius, Niger, Réunion, São Tomé und Prìncipe sowie Seychellen. Wer sich nicht impfen lässt, sollte sich unbedingt von (streunenden) Tieren fern halten.
  • Meningitis - Impfempfehlung für die meisten Länder, sprich: Angola, Äquatorialguinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Dschibuti, Elfenbeinküste, Eritrea, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Guinea-Bissau, Kamerun, Kenia, Kongo, Dem. Rep. Kongo, Liberia, Mali, Niger, Nigeria, Ruanda, São Tomé und Prìncipe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda sowie die Zentralafrikanische Republik. Meningitis-Epidemien können im ganzen tropischen Afrika auftreten, v.a. in Savannengebieten und während der Trockenzeiten.

Malaria

  • In den meisten Ländern kommt Malaria das ganze Jahr über vor und ist das Infektionsrisiko landesweit (sehr) groß.
  • Kein oder ein geringes Risiko gibt es in der jeweiligen Hauptstadt und den Hochlagen von Äthiopien, Eritrea, Kenia und Simbabwe, in Kap Verde, im Norden Mauretaniens, in den ländlichen Regionen Mauritius, auf Réunion, auf den Seychellen, im Norden Sudans und in den Hochlagen Tanzanias.
  • Mückenschutz ist selbstverständlich. Mit Hilfe entsprechender Mittel und Kleidung sollte man sich permanent vor Moskitostichen schützen, auch tagsüber.
  • Eine medikamentöse Prophylaxe empfiehlt sich, jedoch nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut.

Was noch

  • Die zum Teil extreme Hitze ist nicht ohne. Möglichst oft sollte man Schatten aufsuchen und stets genug trinken, auch wenn man keinen akuten Durst verspürt.
  • Schlangen können eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
 
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