Nordafrika

Länder



Das erfrischende Nass örtlicher Gewässer kann leider Brutstätte für Infektionen sein

  • Ägypten
  • Algerien
  • Libyen (Libysch-Arabische Dschamahirija)
  • Marokko
  • Tunesien

Nordafrika zeichnet sich größtenteils durch eine fruchtbare Küste mit Mittelmeerklima und durch ein trockenes Hinterland aus. Im wüstenartigen Inland findet man viele Oasen, die oft Herde für Infektionen darstellen.

Gesundheitsrisiken für den Reisenden

Allgemeines

Durch Insekten übertragene Krankheiten stellen für Reisende im Norden Afrikas keine sehr große Gefahr dar. Nahrungsmittelbedingte Infektionen sind hingegen häufig und endemisch (d.h. sie sind immer gegenwärtig bleiben aber örtlich begrenzt). Generell sollte man bei Imbissständen auf der Straße vorsichtig sein, auf die Frische von Speisen achten und nur gut Erhitztes sowie Definierbares (z.B. kein Hackfleisch) zu sich nehmen. Vor Ort erkundigt man sich am besten nach kursierenden Krankheiten und üblichen Übertragungswegen. Es empfiehlt sich, Leitungswasser nicht zu trinken (Achtung Falle Eiswürfel) bzw. Wasser abzukochen und damit Gemüse gut zu waschen bzw. Obst zu schälen. Viele Lebensmittel-Infektionen lassen sich vermeiden, hält man diese Grundregeln ein.

Zu beachten bei längeren, intensiveren Reisen

Reist man unter erhöhtem Risiko und nicht als normaler Zwei-Wochen-Pauschal-Reisender im sauberen Sternchenhotel, ist man einer höheren Infektionsgefahr ausgesetzt. Wer also aus beruflichen Gründen häufig bzw. lange im Land ist, für mehrere Wochen eher rustikal als Rucksackreisender herumreist oder bestimmte gesundheitliche Probleme hat, sollte sich folgender Krankheiten bewusst sein sowie die Impfempfehlungen (s.u.) unbedingt beachten.



Scharfes wie die Chilipaste Harissa wirkt desinfizierend und regt die Abwehrkräfte an

  • Bei den nahrungsmittelbedingten Krankheiten sind Dysenterien (Ruhr) und andere Durchfallerkrankungen (Diarrhoeae) besonders häufig. Das gleiche gilt für typhusartige Fieber und parasitischeWurmkrankheiten der Eingeweide (Helminthiasis) sowie bakterielle Infektionen durch Brucella (Brucellose) und Giardia (Giardiasis). Hepatitis Eist in einigen Regionen endemisch. Gelegentlich gibt es auch Fälle vonHundebandwurminfektionen.
  • Zu den durch Insekten und Spinnentiere übertragenen Krankheiten gehört Filariasis, eine Infektion mit Fadenwürmern, die u.a. im Bindegewebe und Lymphsystem schmarotzen. Filarien-Erkrankungsgefahr besteht vor allem im Nildelta. In manchen Gebieten gibt es Leishmaniose, West-Nil-Fieber, Rift-Tal-Fieber (v.a. durch Mücken manchmal aber auch Schlachtvieh übertragene Virusinfektion), Rückfallfieber (über Läuse oder Zecken weitergegebene Borrelienseuche) und Sandflohfieber (juckende Hautkrankheit durch Befall mit Sandfloh).
  • Ansonsten gibt es noch die Ägyptische Augenkrankheit (Trachom), eine langwierige, bakterielle Infektion des Auges.Bilharziose ist vor allem im Nildelta und -tal stark verbreitet.

Impfungen

Pflichtimpfungen und Vorschriften

  • Keine Pflichtimpfungen bei Direkteinreise.
  • Gelbfieber - bei Einreise aus Infektionsgebieten (Länderliste s. Gelbfieber)verlangen alle Länder außer Marokko eine Immunisierung.
  • Cholera- tritt nur sporadisch auf. Für Reisende nach Libyen: Eine Impfung kann verlangt werden, wenn man entweder aus einem Cholera-Gebiet oder nicht über den internationalen Flughafen der Hauptstadt Tripolis einreist.
  • HIV - ein negativer HIV-Test ist in Ägypten für eine Arbeitserlaubnis erforderlich, in Libyen zusätzlich auch für Langzeitaufenthalte.

Impfempfehlungen

  • Tetanusund Diphtherie- diese klassischen Impfungen müssen, bei vorhandener Grundimmunisierung und unabhängig von jeglichen Reiseplänen, mindestens alle zehn Jahre aufgefrischt werden.
  • Gilt auch für Polio - allerdings ist Kinderlähmung in ganz Nordafrika erfolgreich bekämpft worden, lediglich in Ägypten gibt es noch vereinzelte Fälle.
  • Hepatitis A- eine sehr übliche Infektion, und weil sie über Lebensmittel erfolgt ist eine Immunisierung sinnvoll.

Impfempfehlungen bei erhöhtem Risiko



Obst u. Gemüse der wunderbar urigen Märkte sollte man gut waschen

  • Typhus - ist in manchen Gebieten relativ weit verbreitet. Da eine Infektion über Nahrung erfolgt (s. Salmonellen) lohnt sich, bei entsprechenden Reisebedingungen, ein Schutz.
  • Hepatitis B- insbesondere bei sexuellem Verkehr mit der einheimischen Bevölkerung, den man auf keinen Fall ohne Kondome praktizieren sollte, ist eine Immunisierung erforderlich.
  • Tollwut - nicht für Libyen und nur ggf. für die anderen Länder. Von (streunenden) Tieren sollte man sich in bestimmtem Regionen fern halten.
  • Meningitis - Impfempfehlung nur für Ägypten.

Malaria

  • Für Tunesien bedarf es keiner Malariaprophylaxe.
  • In Ägypten, Algerien, Libyen und Marokko trittMalaria zwischen den Frühlings- und Herbstmonaten auf, v.a. im Sommer. Das Risiko und der Verbreitungsgrad sind aber recht gering. Mückenschutz empfiehlt sich natürlich trotzdem. Eine medikamentöse Prophylaxe sollte nur nach Absprache mit dem zuständigen Arzt bzw. städtischen Tropeninstitut erfolgen.

Was noch

  • Schlangen und Skorpione können eine gesundheitliche Gefahr ganz anderer Art darstellen. Sie greifen aber eigentlich nur an, wenn sie sich bedroht fühlen. Um das zu verhindern, langt man nicht blind in den Schrank, schüttelt geschlossene Schuhe vor dem Anziehen aus, lüftet die Decke bevor man ins Bett hüpft, trägt bei Ausflügen in die Natur knöchelhohes Schuhwerk, klettert nicht in Büschen oder auf Bäumen herum, benutzt im Dunkeln immer eine Taschenlampe und schläft nicht auf dem Boden.
 
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